Herr Gerbold, welche Trends lassen sich im Pharma Packaging beobachten? Welche Veränderungen hat COVID-19 gebracht?
Konstantin Gerbold: Ein großer Trend im Pharma Packaging sind schnellere Prozesse – und das in mehrerlei Hinsicht. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Dynamik und Veränderungsgeschwindigkeit in der Pharmabranche zugenommen. Durch COVID-19 hat sich das enorm verstärkt. Es gibt größere Schwankungen bei der Nachfrage, schnellere Veränderungen bei den Anforderungen, neue Produkte. Darauf müssen sich unsere Kunden – Pharma-Hersteller und Contract Manufacturing Organisations (CMO) – einstellen.

Wie reagieren die Pharma-Hersteller  und CMOs auf die höhere Dynamik der Märkte?
Konstantin Gerbold: Die Entscheidungsprozesse beschleunigen sich. Vorher dauerte es einige Monate, mitunter sogar Jahre, bevor ein Vertrag unterzeichnet wurde. In letzter Zeit sind die Entscheidungen kurzfristiger geworden und die Lieferzeiten spielen eine wichtigere Rolle. Wir kommen unseren Kunden hier mit unserer Taktmontage entgegen. Dadurch können wir beispielsweise die BEC 300, eine leistungsstarke Kombination aus Blister- und Kartoniermodul, innerhalb von fünf Monaten liefern – in der Standardvariante inklusive zwei Formatsätze. Beim ein oder anderen Projekt war das schon kaufentscheidend.

Wirkt sich diese Beschleunigung auch auf den Verpackungsprozess aus?
Konstantin Gerbold: Einen direkten Zusammenhang mit der Maschinengeschwindigkeit beobachte ich nicht. Diese wird immer noch so gewählt, dass sie zu den Produkten und der Produktionsorganisation passt. Was aber stark an Bedeutung gewonnen hat, ist Flexibilität. Im Durchschnitt werden die Chargen kleiner – ein Trend, der seit Jahren anhält und sich durch die dynamischen Märkte weiter verstärken wird. Das bedeutet für die Produzenten: mehr Produktwechsel, mehr Reinigung, Dokumentation und damit auch mehr unproduktive Zeit. Hier sind Verpackungsmaschinen  wie die BEC-Blisterlinien gefragt, die leicht gereinigt und schnell umgestellt werden

Die BEC 300 liefern wir in der Standardvariante inklusive zwei Formatsätze innerhalb von fünf Monaten.

Konstantin Gerbold ist seit 2016 Produktmanager bei der Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG. Dort betreut er – unter anderem – Verpackungslinien für kleine und mittlere Solida-Chargen.

Wie reagieren Ihre Kunden auf die Zunahme der Produktwechsel?
Konstantin Gerbold: Um den Produktivitätsverlust durch die vielen Wechsel auszugleichen, arbeiten Pharmazeuten und Lohnverpacker intensiv daran, den OEE überall dort zu erhöhen, wo es möglich ist. Dadurch rücken die Themen einfache und schnelle Instandhaltung, präventive Wartung, Reduzierung ungeplanter Stillstände sowie die Verlässlichkeit und Stabilität der Linien in den Fokus. Wir sehen zudem, dass die Bedeutung des Ersatzteilmanagements zunimmt und Serviceverträge wie ServicePlus wichtiger werden, bei denen ein Servicetechniker innerhalb einer festgelegten Zeit vor Ort ist.

Welche Entwicklung erwarten sie in Zukunft?
Konstantin Gerbold: Ich gehe nicht davon aus, dass alles wieder ruhiger und planbarer wird! Die hohe Dynamik ist für uns das „neue Normal“, auf das sich alle einstellen müssen. Auch eine weitere Beschleunigung und damit höhere Anforderungen an Flexibilität, Performance und Verlässlichkeit schließe ich nicht aus. Verpackungslinien wie die BEC 300 werden deshalb stärker nachgefragt werden, ergänzt um passende Serviceleistungen und digitale Lösungen.