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75 Jahre Uhlmann Pac-Systeme

Mitarbeiterstories
6 min

1948 ist Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt und Berlin wird über eine Luftbrücke versorgt. Prince Charles und Alice Cooper werden geboren. Die junge Marilyn Monroe steht vor ihrem Durchbruch als Schauspielerin, Elvis Presley ist gerade einmal 13 Jahre alt – und in Laupheim gründet Josef Uhlmann eine Maschinenfabrik. Seither ist viel passiert. Kommen Sie mit uns auf eine Reise in die Vergangenheit und erleben Sie Uhlmann früher und heute!

Hauptsitz in Laupheim

Bei der Gründung im Jahr 1948 stellte die Josef Uhlmann Maschinenfabrik nicht nur Apparaturen für die Medizintechnik her, sondern auch Fechtbedarf! Nach dem Start in angemieteten Räumen zog das Unternehmen 1956 in ein neues Gebäude in der Uhlandstraße in Laupheim, das fortan Werk 1 genannt wurde.

Auch heute noch befindet sich der Uhlmann-Hauptsitz in Laupheim, rund einen Kilometer Luftlinie vom damaligen „Werk 1“ entfernt in der Uhlmannstraße. Auf über 40.000 Quadratmetern erstrecken sich mehrere Hallen und Gebäude. Highlights sind die von Barkow Leibinger entworfene Montagehalle sowie das 2021 eröffnete Bürogebäude, das nach New Work-Gesichtspunkten gestaltet wurde.

Die weltweite Bedeutung der Firma Uhlmann wird am Empfang sehr deutlich, da sich hier viele internationale Vertreter der Pharmabranche einfinden.

Internationalität

1948 wurde im süddeutschen Laupheim, rund 80 Kilometer nördlich des Bodensees, der Grundstein für das spätere Wachstum der Uhlmann Group gelegt. Laupheim ist die Heimatstadt des Gründers Joseph Uhlmann und auch der nachfolgenden Generationen der Familie Uhlmann.

Auch heute noch befindet sich der Uhlmann-Hauptsitz in Laupheim. Doch seit den 1980er Jahren sind viele Niederlassungen in aller Welt hinzugekommen. 2023 ist die Uhlmann Pac-Systeme mit Unternehmen in den USA, in Brasilien, Großbritannien, Schweden, Spanien, Russland, in der Schweiz, Frankreich, in Singapur, China, Indien, Mexiko und Korea aktiv, ergänzt und unterstützt durch mehr als 40 Vertretungen. Über 1.650 Mitarbeitende geben jeden Tag ihr Bestes für die Optimierung Ihrer pharmazeutischen Verpackungsprozesse.

Uhlmann hat sich vom schwäbischen Maschinenbauer zum Komplettanbieter für digitale Pharma-Packaging-Lösungen entwickelt, der auf fünf Kontinenten präsent ist. Das ist der Verdienst des großen, internationalen Uhlmann-Teams. Unser Ziel ist es, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam weiterzuschreiben – mit einem starken Kundenfokus und innovativen Produkten.

Entwicklung

Neue Verpackungslösungen zu entwickeln, war schon immer die Aufgabe von Uhlmann. Daran hat sich nichts geändert. Was sich geändert hat, ist die Arbeitsweise. Früher entwarf man technische Innovationen von Hand auf Zeichenbrettern. Wollte man den Projektstand besprechen, versammelten sich die Beteiligten um große Papierbögen. In den 1980er Jahren führte man die erste Konstruktionssoftware ein, die zunächst zweidimensionale Pläne erstellte.

Heute arbeiten unsere Teams mit Engineering-Programmen, die unsere Maschinen und Linien nicht nur dreidimensional darstellen, sondern erschaffen sogenannte digitale Zwillinge und Simulationen, um Funktionalitäten zu testen und besser zu machen. Durch die virtuelle Zusammenarbeit ist eine weltweite Vernetzung mit Mitarbeitenden anderer Standorte und Kunden auf aller Welt einfacher und schneller, um somit einen Mehrwert des Kunden zu generieren.

Uhlmann-Produkte sind immer am Puls neuester, technischer Entwicklungen. Dadurch werden wir von unseren Kundinnen und Kunden als innovativer Partner angesehen. Wir gehen beispielsweise erste Schritte mit datengetriebenen Technologien und binden diese in der Produktentstehung ein. Die bessere Nutzung der Uhlmann Produkte ist dabei im Fokus. In jedem Schritt steht die Sicherheit von pharmazeutischen Produkten, Personen, Systemen und Daten im Mittelpunkt.

Produktion

Anfangs bestanden die Verpackungsmaschinen noch fast ausschließlich aus mechanischen Komponenten. Ausgebildeten Schlossern war es möglich, die wichtigsten Aufgaben zu erledigen. Die Maschinen waren kompakt und die Montagehalle in der Uhlandstraße in den 1950er Jahren entsprechend übersichtlich.

Mit der Zeit wurden die Verpackungslinien komplexer und größer, mit immer mehr elektronischen Komponenten. Uhlmann erwarb zusätzliche Flächen und bebaute sie mit Fertigungshallen und Büros. Heute produziert das Unternehmen immer noch großteils am Standort Laupheim, wo 2016 eine neue, hochmoderne Montage- und Logistikhalle in Betrieb genommen wurde. Wareneingang, Lager, Vormontage und Montage sind über effiziente, digital gestützte Prozesse vernetzt.

Der Software- und Steuerungsanteil in unseren Linien wird immer höher. Trotzdem bilden hochwertige Materialien und eine sorgfältige Montage die Grundlage für erstklassiges Pharma Packaging. Wir sind nach wie vor ein Familienunternehmen, bei dem es keine Fließbandarbeit gibt, sondern maßgeschneiderte Lösungen für jeden Kunden.

Blistermaschine

1963 brachte Uhlmann die ersten Verpackungsmaschinen auf den Markt, die für jede Tablette einen eigenen Hof formte: die KP-Baureihe. Zuvor waren die meisten Arzneimittel in Flaschen verkauft worden.

Nun ließ sich die Deckfolie bedrucken, was ideal für Medikamente war, die in einer festen Reihenfolge eingenommen werden mussten – wie die Antibabypille, die damals weltweit auf den Markt kam. Dies schuf einen Massenmarkt für Blisterverpackungen, den Uhlmann von Beginn an als Pionier mitgestaltete.

Heute bietet Uhlmann ein breites Portfolio an Blistermaschinen für Tabletten, Dragées und Kapseln, aber auch für Spritzen, Ampullen, Vials, Karpulen, Fläschchen und Pens. Die Leistungsfähigkeit hat sich auf bis zu 1.300 Blister pro Minute erhöht.

Aus einer Vielzahl von Zuführungen, Siegelprinzipien, Inspektionssystemen und weiteren Komponenten konfektionieren die Uhlmann-Expert:innen für jede pharmazeutische Herausforderung die passende Blistermaschine.

Ich arbeite für das weltweit beste Unternehmen im Bereich pharmazeutischer Verpackungsmaschinen. Die qualitativ hochwertigen Produkte, die Uhlmann herstellt und in die ganze Welt liefert, erfüllen mich mit Stolz.

Blister

1956 brachte Uhlmann die weltweit erste universelle Streifenverpackungsmaschine HS auf den Markt. Sie verpackte Tabletten zwischen zwei Schichten aus Folie, die um das eingeschlossene Präparat versiegelt wurden. Das Ergebnis waren lange Streifen, in denen jede einzelne Tablette vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt war. 1963 feierte Uhlmann dann die nächste Weltpremiere mit der ersten Blisterverpackung für Tabletten.

60 Jahre später haben die Qualität und die Vielfalt der Verpackungsmaterialien enorm zugenommen. Unzählige Solida- und Parenteralia-Formate können in Blister mit bis zu 280 x 284 mm verpackt werden – das ist größer als ein iPad! Speziallösungen wie Tropical Blister oder Blister mit einem eingeklebten Trockenmittel in jedem Blisterhof schützen auch die empfindlichsten Wirkstoffe. Aktuell rückt die Nachhaltigkeit von Verpackungen immer stärker in den Fokus – ein Bereich, in dem Uhlmann erneut eine Führungsposition einnimmt.

Bei der Neuentwicklung von Verpackungen bieten sich viele Chancen. Insbesondere nachhaltige Materialien schaffen neue Impulse für das Verpackungsdesign, bei höchster Patientensicherheit. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung und unserem guten Partnernetzwerk finden wir immer die richtige Lösung. Es macht viel Freude, unsere Kundinnen und Kunden dabei zu begleiten ihre Prozesse zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten.

Kartonierer

Anfang der 80er-Jahre suchte Uhlmann Wege, um das Geschäft mit Verpackungmaschinen für Blister zu erweitern. Der nächste logische Schritt war es, selbst Kartoniermaschinen herzustellen, um Verpackungslinien aus einer Hand anbieten zu können.

Ergebnis der Entwicklungsarbeit war der erste Uhlmann Kartonierer C1, der 1981 weltweit vorgestellt wurde. Er bildete die technologische Grundlage für zahlreiche Nachfolger, mit denen sich Uhlmann in den kommenden Jahren auf dem Markt behaupten sollte.

Heute ist die Technologie so weit, dass ein Uhlmann-Kartonierer bis zu 500 Faltschachteln pro Minute verarbeiten kann. Verpackt wird dabei die ganze Bandbreite pharmazeutischer Produkte: von Blister mit Solida oder Parenteralia bis zu Flaschen inklusive Beipackzettel, Patienteninformationen oder Applikationshilfen.

Eine der jüngsten Innovationen ist die Kartonierer-Linie PTC 200, die Ampullen, Vials, Spritzen und weitere Devices nachhaltig in Kartontrays verpackt.

Die Entscheidung, selbst Kartonierer zu entwickeln, war vor 40 Jahren der erste Schritt in Richtung Systemanbieter. Seither hat sich viel getan. Ich bin stolz darauf, dass wir unseren Kundinnen und Kunden heute die gesamte Linie aus einer Hand bieten können: von der Zuführung bis zur Palettierung inklusive digitaler Lösungen und Services.

Digitalisierung

Uhlmann setzte früh auf moderne Technik. Mitte der 1970er Jahre bedeutete das zum Beispiel, Briefe nicht mehr auf Schreibmaschinen, sondern auf sogenannten „Schreibautomaten“ zu verfassen. Ab den 1980er Jahren kamen die ersten Personalcomputer zum Einsatz.

Noch wesentlich bahnbrechender als in der Bürokommunikation war die Auswirkung der Digitalisierung auf das Pharma Packaging. Indem heute unzählige Daten an jeder einzelnen Maschine erfasst und ausgewertet werden können, öffnet sich ein neuer Raum der Möglichkeiten. Mit seiner Software-Plattform Pexcite gestaltet Uhlmann diesen Raum aktiv mit. Ein digitales OEE-Monitoring, Predictive Maintenance und Echtzeit-Dashboards zur Produktionskontrolle sind hier nur der Anfang.

An der digitalen Zukunft des Pharma Packagings beteiligt zu sein, ist eine superspannende Aufgabe. Uhlmann hat sich mit einer innovativen Lösung an die Spitze gesetzt, bietet mehr Kontinuität und Vernetzung mit den Produktionsprozessen als ein Startup. Das Unternehmen ist gleichzeitig solide und progressiv – ein großer Vorteil für unsere Kundinnen und Kunden.

Optimistisch in die Zukunft

„Vertrauen ermöglicht kurze Wege, schnelle Entscheidungen und gute Zusammenarbeit. Auf dieser Basis wachsen die Grundwerte von Uhlmann: stark, offen, verlässlich.‟ - Tobias Uhlmann, Vorsitzender des AufsichtsratsUnser Leitbild
V. l. n. r.: Cristian Reiter (CTO, Uhlmann Pac-Systeme), Michael Mrachacz (CSO, Uhlmann Pac-Systeme), Hedwig Uhlmann, Alexander Schöllhorn (CFO, Uhlmann Pac-Systeme und Uhlmann Group), Tobias Uhlmann (Chairman of the Uhlmann Group Supervisory Board), Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer (CEO. Uhlmann Group)